Stellungnahme des Veranstalters zur Evakuierung des Chiemsee Summers.

Grundsätzlich sind wir äußerst glücklich und dankbar für den reibungslosen Ablauf der
Evakuierung und möchten auch noch einmal betonen, wie vorbildlich sich unsere Besucher
in diesem Zusammenhang verhalten haben. Wir verstehen natürlich, dass manche Gäste
dennoch weitere Fragen zu Details der Sturmnacht haben, die wir mit weiteren
Informationen gerne beantworten möchten.
Die sogenannte Koordinierungsgruppe, die aus Gemeinde (Bürgermeister und genehmigende Behörde), Polizei, Rettungsdienst, Sanitätsdienst, Feuerwehr, der
Kreisbrandinspektion Traunstein und dem Veranstalter besteht, hat die Wettersituation den
gesamten Tag über beobachtet, analysiert und stand in engem Austausch mit den
anwesenden Meteorologen des Veranstalters und dem DWD, der bis unmittelbar kurz vor
dem Eintreffen des Unwetters ebenfalls nur von Starkregen mit einer Sturmmöglichkeit
ausgegangen ist. Das Publikum wurde über die Festival-App, das Festivalradio CampFM und
die sozialen Medien in regelmäßigen Abständen auf den neuesten Stand gebracht, die erste
Warnung vor einem möglichen Wetterumschwung ging noch vor der Öffnung des
Veranstaltungsgeländes am Morgen raus. Aufgrund aktueller meteorologischer Erkenntnisse
wurde um 20:45 die Entscheidung getroffen, sich in der festivaleigenen Polizeidienststelle
permanent zusammenzusetzten. Der Entschluss zur Evakuierung erfolgte in Absprache mit
Gemeinde und Behörden schließlich rund 25 Minuten vor (!) der akuten Unwetterwarnung
des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Nachdem die Vorbereitungen getroffen waren und alle Mitarbeiter über die anstehende Evakuierung informiert waren, wurden zuerst alle
Großzelte und das Riesenrad geräumt und abgesperrt. Diese Vorgehensweise ist im
Sicherheitskonzept verankert und hat zum Ziel zu verhindern, dass Personen aus dem
restlichen Konzertgelände in die Zelte drängen können. Großzelte sind bei einem schweren
Unwetter kein sicherer Ort, wie der Schaden an der Zeltbühne bei diesem Unwetter
nunmehr gezeigt hat. In einem zweiten Schritt erfolgte unmittelbar nach Abschluss der
Teilevakuierung danach die Evakuierung der Gesamtfläche, die über Durchsagen an der
Bühne und sämtliche Medien des Veranstalters kommuniziert wurde. Somit waren die
öffentlichen Meldungen keineswegs der Start der Evakuierung, sondern lediglich der zweite
Teil, der aus taktischen Gründen nicht früher kommuniziert wurde um obenstehendes
Szenario zu verhindern.
Der Zeitpunkt der Evakuierung ist aber nicht nur von meteorologischen und sicherheitsrelevanten Erkenntnissen bei dieser und anderen Großveranstaltungen abhängig.
Hinzu kommen beispielsweise Erkenntnisse aus dem Katastrophenschutz und der
Psychologie, etwa, dass eine zu frühe Evakuierung zu einer weitaus niedrigeren Compliance
geführt hätte. Letztendlich waren aber auch wir wie der DWD von der Geschwindigkeit des
aufziehenden Unwetters überrascht. Dazu Polizei-Pressesprecher Andreas Guske:  „Der
Koordinierungsgruppe war im Vorfeld nur ein „normales“ Gewitter mit Starkregen gemeldet
worden. Dieser außergewöhnlich starke Sturm mit heftigsten Windböen war erst kurz vor
dem Erreichen des Festivalgeländes absehbar. Und dann wurden umgehend
Evakuierungsmaßnahmen eingeleitet. Sehr viele der eingesetzten Polizisten und Helfer
hatten selbst Verwandte und Freunde als Festivalbesucher auf dem Gelände, oftmals sogar
die eigenen Kinder. Keiner der Verantwortlichen würde diese in Gefahr bringen wollen.“

Der Zusammenfassung und vor allem dem Dank von Einsatzleiter Polizeioberrat Rainer Wolf
können wir uns daher nur anschließen:
„Dies war die bisher schwierigste Situation, die es in der 23-jährigen Geschichte des Festivals zu bewältigen gab“, so Wolf. „Die Herausforderung bestand in der Kurzfristigkeit, mit der dieser Starkwind hier am Gelände einsetzte und der auch von der Stärke her weit über den Prognosen lag. Letztendlich haben sich die Konzepte jedoch bewährt und die
Zusammenarbeit mit den vielen beteiligten Organisationen, Behörden und dem Veranstalter
hat bestens funktioniert.“