Die Hamburger Rapperin Haiyti ist spätestens seit ihrem ersten Major-Release Montenegro Zero (Universal) kein Underground mehr. Während das neuste Album sehr divers diskutiert wurde und gute wie schlechte Kritiken erfahren hat, kann man das Konzert positiv hervorheben. Wenn man unbedingt will findet man dennoch den ein oder anderen Kritikpunkt.

München, Feierwerk, Hansa39 – nicht ausverkauft, jedoch voll genug um eine anständige Stimmung am Start zu haben. Vorne wurde schwitzig-ekstatisch gepogt, ein wenig weiter hinten hatte man genug Platz um zu tanzen und die Show zu genießen. Viel mehr Leute wären unangenehm gewesen, wir erinnern uns an dieser Stelle an das hoffnungslos überfüllte Trettmann Konzert im Crux Ende Januar.

Haiyti startete ihre Show ohne großes Drumherum wie Vorband oder DJ der die Stimmung anheizte. Es ging direkt los mit ihrer Singleauskopplung 100.000 Fans, welches gleichzeitig auch das Intro zu Montenegro Zero gibt. Die Fans liegen ihr direkt zu Füßen und sie findet sich in ihrer Rolle des Glamour-Trap-Girls sehr gut zurecht, rappt on point und gut verständlich und interagiert immer wieder intelligent und äußerst sympathisch mit ihrer Crowd, welche es ihr zugegebenermaßen aber auch nicht sonderlich schwer machte; die Stimmung war durchgehend enorm positiv. Einen mutigen Höhepunkt stellte der Track Zeitboy dar, bei dem sie einen Fan aus dem Publikum auf die Bühne holte und ihn den Part von Joey Bargeld rappen ließ, was erstaunlich gut funktionierte, das hätte auch in die Hose gehen können! Zum Schluss gab es noch ein letztes Ausrasten mit dem 120 Jahre Remix ehe es für alle auf dem Heimweg ging.

Im Mittelpunkt ihres knapp 70-Minütigen Sets stand vorwiegend die neue Scheibe Montenegro Zero, einige Fans hätten sich mit Sicherheit ein paar mehr ältere Songs und eine längere Set-Time gewünscht, welche vor allem auch wegen des fehlenden Pre-Acts ein wenig kurz erschien.

Fazit:

Alles in allem war es auf jeden Fall ein sehr gelungener Auftritt mit vielen Krachern und sehr guter Performance von der unangefochtenen Trap-Queen Haiyti mit vielen Höhepunkten und keinen Tiefs. Über die Konzertlänge lässt sich streiten, für meinen Geschmack war die gute Stunde Show jedoch vollkommen ausreichend, künstliches Strecken hätte dem Auftritt wahrscheinlich mehr geschadet als genützt.