Southside Festival Highlights am Freitag

1. Arctic Monkeys

I bet you look good on the dancefloor – hach, Arctic Monkeys, danke, danke, Ihr Charmebolzen! [Anm. d. Red.: Man füge an dieser Stelle Herzchenaugen-Emojis ein. Die Anzahl variiert je nach Verliebtheitsgrad zwischen fünfundfünfzig und unendlich. Bei uns: zwei unendlich.] Die britischen Boys sind aber nicht nur verdammt gute Kandidaten zum Verlieben, sondern treten mit Ihrer Musik auch jegliche Taktgrenzen ein, spielen mit Gitarren und Bass die Welt wieder rund und bringen Organe zum Pulsieren. Mal ehrlich: Wie haben Herzen eigentlich vor den Arctic Monkeys gepocht? Sollte mal jemand erforschen. Zum Forscher werdet Ihr jetzt erstmal vor der Bühne, wenn es heißt: Wie kann ein Konzert eigentlich so dermaßen fett sein? Find out: Bei den Arctic Monkeys!

2. Kraftklub

Freunde, Kraftklub sind aus der Box gesprungen und klatschen mit ihrem einmaligen Stilmix aus zackigen Indie-Beats, Up-Tempo-Riffs und witzig-nachdenklichen Texten, in denen sich eine ganze Generation wiederfindet, direkt in Euer Gesicht. Die durch die vielen Konzerte gewonnene Erfahrung spürt man in jeder Note, Kraftklub klingen noch versierter und kompakter, ohne auch nur ein Jota an Energie verloren zu haben. Das wird mit Sicherheit ein Tango, den Euer Rückenmark nie vergessen wird. Oder wann hat das letzte mal jemand gewagt, die Genialität dieser Band anzuzweifeln? Eines jedenfalls steht jetzt schon fest: mittlerweile hat jeder gelernt, dass man Kraftklub tatsächlich mit Doppel-K schreibt!

3. Franz Ferdinand

Franz Ferdinand bieten eine Stimmungsmischung, wie sie angenehmer nicht sein könnte: Sie sind ruhig und gelassen wie ein sonniger Sonntagmorgen und stiften gleichzeitig eine Party an, so leidenschaftlich und frei fliegend wie eine Feuershow. Sie haben gar nicht nötig, schneller zu laufen, höher zu springen und eine krassere Präsenz zu zeigen als alle anderen. Sie SIND einfach. Sie wissen das. Sie haben sich selbst vor langer Zeit gefunden und können ihre bedingungslose Perfektion genießen und unbeschwert an Euch weitergeben. Wer sich näher mit der Musik beschäftigt und Interviews wegsuchtet wie Serien, merkt schnell: In ihrer Soundproduktion steckt die Liebe zum Detail hinter jedem Ton. In allen, die das wertschätzen, wecken Franz Ferdinand die Experimentierfreude. Kurz gesagt: Eine durch die Bank großartig inspirierende Band.

4. Portugal. The Man

Bei einer Reise von Frontmann John Gourley ins heimische Alaska passierten dann zwei Dinge, die eine komplette Änderung in der Flugrichtung von Portugal. The Man einläuteten. Da war zunächst einmal eine gute Dosis rustikale elterliche Liebe, die John von seinem alten Herrn empfing. Und dann schlug das Schicksal ein weiteres Mal sanft zu, als er den Ticketabriss seines Vaters vom legendären Woodstock Musikfestival 1969 fand. Er realisierte, dass, ganz in der Tradition der Bands aus jener Ära, Portugal. The Man über die zerbröckelnde Welt sprechen mussten, die sie umgab. Diese beiden Gedanken in Einklang bringend, traf die Band eine an Wahnsinn grenzende Entscheidung: Sie nahmen ihre gesamten Arbeiten der vergangenen Jahre – und schmissen sie weg. Mit neuen, kerzengerade errichteten musikalischen Ständern ging die Band zurück ins Studio. In diesem neu gesteckten kreativen Territorium entwickelte sich das, was am Ende das aktuelle Album „Woodstock“ werden sollte, wie von selbst. Lieben heißt loslassen können.

5. Johnossi

John Engelbert und Oskar Bonde – Spitzname: Ossi – machen auch weiterhin keine Gefangenen. Ihre Songs haben noch immer die Wucht und den Sex-Appeal, mit denen sie 2005 plötzlich auf die Bildfläche sprangen. Mal mehr Pop, mal mehr Rock – exakt null Lückenfüller. Und immer fragt man sich, wie es zwei Typen hinbekommen, so sehr nach einer fünfköpfigen Band zu klingen. Allerdings nur so lange, bis man sie live gesehen hat: Da strahlt Ihr Charisma förmlich von der Bühne, während einen Ossis wildes Schlagzeugspiel und Johns mitreißender Gesang, bei dem er sich trotzdem noch diese grandiosen Melodien aus den Saiten zupfen kann, geradezu schwindelig machen. Wer braucht da bitteschön noch weitere Bandmitglieder, wenn eh schon eher zu viel als zu wenig passiert? Be prepared to be amazed!

6. The Vaccines

The Vaccines schienen eine der englischen Bands zu sein, die raketenhaft aufsteigen, ihr Pulver in einem Feuerwerk verglühen lassen und dann ausgebrannt zur Erde zurücksinken. Aber das war dem Quartett aus London reichlich egal. Sie stellten sich die wichtigen Fragen: Was wollen wir eigentlich, wo wollen wir hin? Und vor allem: Wie wollen wir klingen? Sie nahmen sich mehr Zeit für Komposition, mehr Zeit für Produktion. Mehr Zeit für Songs. The Vaccines haben heftig Mut gefasst, scheuen weder Kitsch noch Kunst, weder The Jam noch The Beach Boys, haben ihren Sound beibehalten und doch neu entdeckt. Da geht es nicht um Style und Referenz, sondern um das was die Vaccines immer ausgemacht hat: eine überragende Bühnenpräsenz. Rock’n’Roll eben.

7. The Hunna

The Hunna ist derzeit eine der interessantesten britischen Indie-Pop-Bands. Ihr Anspruch an ihre Musik: Innovativ, unbeschwert muss es sein und natürlich niemals langweilig. Ihr Sound gleicht einem jugendlich nostalgischen Trip, getragen von melodischen Gitarren und traumhaften Melodien. Daneben haben sich The Hunna einen Ruf als eine der besten Livebands aufgebaut, die derzeit in der britischen Musikszene unterwegs sind. Hier steht die Gitarre wieder im Zentrum, hier schneiden die Gesangsmelodien wieder alle Sorgen in feine Scheiben und der Sommer klopft an die Tür. Wenn das nicht alles Argumente für The Hunna sind, dann wissen wir es auch nicht.

Wir präsentieren euch unsere Highlights des diesjährigen Southside Festivals. Für jeden Tag haben wir euch ein paar Künstler rausgesucht die ihr nicht verpassen dürft!