Leoniden, Leoniden, Leoniden! Die wohl aktuell gehypteste Newcomerband Deutschlands heißt Leoniden! Die Jungs haben nur 1,5 Jahre nach ihrem selbstbetiteltem Debütalbum die nächste Platte hinterher geschoben, AGAIN.

Leoniden – AGAIN

Nachdem im Debüt noch viele progressive Einflüsse zu hören waren, konzentriert sich der Nachfolger mehr auf poppige, groovige vielfältige Tunes und die Hervorhebung von Jakob Amrs unglaublich variabel einsetzbarer Stimme. Das Album heißt zwar AGAIN, aber das gleiche wie beim letzten mal wurde hier nicht prduziert! Die Jungs probieren sich stetig neu aus, schreiben Songs mit Tönen, welche Amr während des Writings noch gar nicht singen kann, das alles zwischen Hunderten Konzerten. Der Erfolg, oder viel mehr die Aufmerksamkeit, welche die Leoniden aktuell bekommen, kommt nicht von ungefähr. Die Jungs haben sich das mit bspw. über 70 Festivalgigs alleine in diesem Jahr, hart erarbeitet. Die Tour zum neuen Album ist 2-teilig und umfasst 54(!) Konzerte.

Das Album startet eher ruhig-groovig mit „River“. Nach Amrs Falsett und einem Chor mündet der Song in einem Mitsing-Refrain „Something’s in the water or in the air that I inhale, that makes me sick.“. Weiter geht’s mit den ebenfalls vorab veröffentlichten Singles „Kids“ und „Alone“. Die beiden Songs bedienen sich dem Indie-Rock der 2000er und leichten 70er/80er Groove-Funk-Soul-Pop-Einlagen. Die Songs sind trotz des recht komplizierten Aufbaus und der „vollen“ Instrumentalstruktur klar arrangiert, die Frequenzen überlagern sich nie und alles an diesem Album ist jedezeit tanzbar. „Down The Line“ bricht gegen Ende kurz in ein relativ hartes Rock-Riff aus. Die Michael-Jacksonesken Tracks „People“ und „Not Enough“ sind genau wie „Why“ sehr sehr eingängig und laden zum Mitsingen und Kopfnicken ein.

Gerade im etwas ruhigeren „Why“ und dem darauffolgenden ziemlich hektischen „Colorless“ übertrifft sich Amr stimmlich selbst, was für ein Ambitus! Sehr rhytmisch wirds in „One Hundred Twenty-Three“, welches mit wummernden Bässen, elektronischen Klangflächen und Bongo-Sounds endet, jedoch gelingt auch dieser Ausflug bestens. Die Platte schließt mit dem wunderbar leichtfüßig akzentuierten „Slow“, bei welchem sich Amr stimmlich wieder einmal selbst übertrifft.

Zusammengefasst ist das zweite Album der Leoniden, AGAIN, ein wunderbar grooviges, leichtfüßiges, top produziertes, manchmal auch sehr kitschiges Indie-Pop-Album. Weniger progressiv als das Debüt, dennoch haben sich die Songs weiterentwickelt, sind extrem klug arrangiert und eingängig. Pro-Tipp: Die Band ist live nochmal ein gutes Stück besser als auf Platte und die Tickets kosten nur 16 – 22,-€ – TOURDATES 😉

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Tobi Höffner
Der Mann vor der Kamera. Seit 2014 bei den Festivals dabei. Wählt den Newcomer des Monats und ist für den Mammuth Contest zuständig.