The Intersphere war Mitte Januar zu Besuch in der Scheune in Dresden! Nach dem Parcels Konzert, auf dem ich Ende 2018 privat war, hatte ich die Befürchtung nicht so schnell mehr eine Band zu erleben, welche sich live so gut wie gar nicht von der Platte unterscheidet. Und das lag definitiv nicht an irgendwelchen Einspielern, die vom Band kamen. Aber fangen wir erstmal bei der Vorband an.

Vor Kurzem kam durch einen Tweet des britischen Punk-Duos Slaves die Debatte auf, ob alle Bands die exakten Spielzeiten bei einem Livekonzert angeben sollten. Slaves stellten sich dagegen, und twitterten:

Die Ehre, für The Intersphere zu eröffnen, hatte dieses mal die „Band“ Like Lovers. Leider war die Band nur durch den Frontmann Jan Kerscher vertreten, welcher es dennoch ganz gut schaffte, die fehlende Bandbesetzung wett zu machen. Der Grundklang von Like Lovers lässt sich am Besten durch sphärische, kafkaeske Synthi-Klangflächen mit verspulten Drumrhythmen beschreiben. Darüber säuselte eine Gitarre, welche den teils schreienden Gesang Kerschers perfekt umgarnte. Die musikalische Bandbreite war enorm: von langsameren Balladen bis heftigem Postrock war eigentlich alles vertreten. Am Ende klang alles irgendwie true, die Emotionen sind sehr gut rüber gekommen! Die einzige Ansage von Frontmann Kerscher war richtig innovativ: er verteilt Postkarten, welche zurückgeschickt werden können, damit Like Lovers Postkarten mit den Tourdates zurück schicken können… In Zeiten der zunehmenden Digitalisierung halte ich das für genial! Naja seis drum, gut aufgeheizt ging es dann weiter mit dem Mainact, The Intersphere!

The Intersphere Review

The Intersphere, welche Ende 2018 ihr fünftes Studioalbum „The Grand Delusion“ veröffentlichten, legten so richtig los. Die ersten paar Lieder beherrschten staunende Gesichter die Crowd – zumindest unter den Leuten, für die es das erste Mal „The Intersphere live“ hieß. Man wusste nicht so recht, ob man zur Musik total abgehen, oder aber den Skill der Musiker auf der Bühne bestaunen solle. Die Songs der neuen Platte sind keinesfalls zu kurz gekommen, allgemein war die Mischung zwischen neuen und alten Tracks sehr abwechslungsreich und ausgewogen! Das war auch der enormen Anzahl an Songs geschuldet, die Ansagen waren sehr minimalistisch gehalten, wodurch entsprechend Zeit für ein paar Extra-Songs blieb. Der Bühnenauftritt war durchgehend sehr souverän, so sind sie halt, die „alten Hasen“ 😉 Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass Sound- und Lichttechniker einen riesen Job gemacht haben! Sound war richtig on fleek, die Lichtshow war ebenfalls richtig gelungen, visuelle Effekte wurden perfekt gesetzt!

Alles in allem war dieser Konzertabend überragend: Eine Vorband die richtig begeistern konnte und anschließend absolute Profis, die ihr Handwerk perfekt beherrschen und ihr durchgehend überdurchschnittliches Songwriting aber mal sowas von auf die Bühne bringen!