Dass Leoniden Konzerte ein absolutes Highlight sind, durfte ich bereits vor 2 Jahren in München im Sunny Red (Feierwerk) erleben. Damals standen die Kieler noch vor 60-70 Leuten im Keller und hatten nicht einmal eine Bühne dabei. Die unter 100 Zuschauer beeinflussten die Show kein bisschen, selbst damals wurde alles abgerissen was nicht niet- und nagelfest war.

Aber starten wir beim Support. Während vor einer Woche in Dresden noch BLOND dabei waren und mit ihren Indierock-orientierten Songs ordentlich eingeheizt hatten, spielten an selbiger Stelle in München MONAKO. Die Musik von MONAKO ist eher gediegen, groovy, laid-back und passte damit eher weniger in die ADHS-artige Leoniden Stimmung. Das soll die Musik keinesfalls diskreditieren, lediglich die Musikrichtung war für das ausverkaufte Techikum nicht optimal.

Spätestens nach zwei Takten war die eher entspanntere Atmosphäre der Vorband vergessen. In gewohnter Manier wurden Songs der vergangenen beiden Alben runtergerissen als gäbe es kein morgen mehr. Sänger Jakob klingt live wie auf Platte und wirkt bei Ansagen und unerwarteten Zwischenfällen durchwegs unfassbar souverän. Die Leadgitarre schnurrt wie ein Katzenbaby, Synths und Keys laufen wie am Schnürchen, der Bass groovt. Als einzigen klitzekleinen Kritikpunkt kann man die etwas verwaschenen Drums anführen; die durchaus virtuosen und unkonventionellen Parts klangen live nicht immer ultra sauber, was aber auch an der Abmischung gelegen haben kann.

Leoniden lieferten wieder einmal ab, ganz egal wo & in welchem Setting. Die Bühnenshow strotzt vor Action, sodass man manchmal sogar das Gefühl hat, etwas zu verpassen, weil man nicht auf alle Musiker gleichzeitig achten kann. Die Publikumsinteraktion von Jakob ist einsame Spitze, das „in die Menge stürzen“ macht den Auftritt nicht nur sympathisch, sondern auch sehr nahbar. Alles in Allem würde ich Leoniden zusammen mit Kraftklub als die aktuell beste Liveband Deutschlands bezeichnen. Bei rund 200 Konzerten pro Jahr sollte keiner die Möglichkeit auslassen, die Jungs mal live zu erleben.